Warum wir alle reich sein könnten

Erik Vollstädt

 

Ich habe bereits in mehreren meiner Artikel erwähnt wie die staatenlosen, freiwilligen Parallelgesellschaften, die durch Bitnations Selbstregierungswerkzeuge (DApps) und Rechts- und Verteidigungsservices entstehen werden, einen enormen Anstieg der Gehälter pro Person und der individuellen Kaufkraft sehen werden. Was folgt ist ein wirtschaftliches Entwicklungsszenario einer solchen freiwilligen Marktanarchie.

 

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1. Beseitigung von Steuern und des staatlichen Monopols über öffentliche Dienste

An erster Stelle werden die Mitglieder einer freiwilligen Gesellschaft in der Lage sein, das Geld, das sie sonst für staatliche Dienste bezahlt hätten, für sich zu behalten. Was bedeutet, dass jeder für sich selbst entscheiden könnte in welche “Services” er investieren will, wodurch die Anbieter dieser Dienstleistungen im freien Wettbewerb stehen werden. Aufgrund der Tatsache, dass die neuen Anbieter um Kunden auf einem freien Markt konkurrieren, an dem private Eigentumsrechte respektiert werden, müssen diese Anbieter mit begrenzten Budgets klarkommen und versuchen die Wünsche ihrer Kunden zu erfüllen um Geld zu verdienen. Das “Kalkulationsproblem” wäre ein Relikt der Vergangenheit.

Des weiteren, wird der Wettbewerb stetig die Qualität dieser Services erhöhen, während die Preise minimiert werden, da jedes Unternehmen versucht Kunden vom Marktführer abzuwerben. Wie wir sehen, reicht pures rationales Selbstinteresse um sicherzustellen, dass eine Gesellschaft als Ganze die bestmöglichen Produkte zu erschwinglichen Preisen bekommt, wodurch der gesamte Lebensstandard kontinuierlich ansteigt. Der Reputationsmechanismus garantiert, dass Unternehmen, die die ethischen Normen dieser Gesellschaft brechen (wie z.B. das Nicht-Aggressionsprinzip), von den Marktteilnehmern ausgegrenzt werden, da sie keine Services von Anbietern benutzen werden, die ihren persönlichen Prinzipien widersprechen – nur aus diesem Grund haben sie sich entschieden in diese Gesellschaft zu gründen.

 

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2. Beseitigung des staatlichen Geldmonopols

In dem man aufhört gesetzliche Zahlungsmittel als einzige Währungen zu akzeptieren werden der Gesellschaft viele positive Effekte zugute kommen:

Konkurrierende Marktgelder würden bedeuten, dass die Marktteilnehmer das wertvollste Geld benutzen; ob das nun eine Edelmetallwährung, eine digitale Währung oder etwas ganz anderes sein wird, bleibt unbekannt – jedenfalls wird es dem Willen des Volkes entsprechen.

Im Gegensatz zu unseren jetzigen Fiatgeldern, werden die bevorzugten Marktgelder wahrscheinlich im Wert steigen, wodurch viel mehr Leute einen Teil ihres Lohns sparen können werden, anstelle alles sofort wegen Zentralbankinflation auszugeben. Indem freie Marktgelder verwendet werden, könnte jeder sein Geld für sich arbeiten lassen, indem sie Teile ihrer Ersparnisse entweder verleihen oder in ihre bevorzugten Unternehmungen investieren. Die Profite aus gewinnbringenden Kreditgeschäfte und privaten Investments können wieder gespart werden, usw.

 

3. Zinsen sinken organisch

Eigentlich ist es etwas, was viele auf Businessschulen gelernt haben: Sinkende Zinsen erlauben mehr Investitionen der privaten Unternehmen, da die Geldbeschaffungskosten minimal sind, und der Profit aus diesen Investitionen wird zurück in die Wirtschaft fließen. Das einzige Problem dabei heutzutage ist, dass die Senkung der Zinsen künstlich durch Zentralbanken erfolgt, die immer mehr Geld drucken. Dies sendet falsche Signale an die Wirtschaft, da Zinsen normalerweise ein Indikator der finanziellen Stabilität und des Reichtums einer Branche bzw. eines Kreditnehmers sein sollten; bei denjenigen, die vertrauenswürdig sind und bereits finanziell erfolgreich waren, wird eher kein Zahlungsausfall befürchtet und das verminderte Risiko drückt sich im Zins aus.

Wirtschaften die durch Zentralbanken gelenkt werden, leiden heutzutage unter Lenkzinssätzen von 0%, was eigentlich bedeutet, dass ihr Geld wertlos ist, da der Zins der Preis des Geldes ist. Die Kredite die Privatbanken vergeben, sind auch entsprechend billig, und führen zu fatalen Fehlinvestitionen die erst Jahre später aufgedeckt werden, nachdem die Kredite bereits an die Banken abgezahlt wurden und die Wirtschaft zu “boomen” schien.

Daher können Unternehmer in einer Marktanarchie wieder Zinsen zur Beurteilung des Risikos von Investitionen nutzen, und damit ihre Ressourcen korrekt zuteilen, was zu steigender Produktivität und damit Wohlstandsgenerierung führt.

 

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4. Beseitigung des staatlichen Lizenzierungssystems & Regulierungen

Aus dem staatlichen Rechtsmonopol herauszuoptieren bedeutet, dass jeder sein Geschäft aufmachen kann, ohne von staatlichen Authoritäten und bürokratischen Hürden aufgehalten zu werden. Daher kann jeder entweder selber ein Geschäft eröffnen und von Marktlücken Profit ziehen, wenn man mit dem momentanen Marktangebot unzufrieden ist, oder in einen Fonds für derartige Unternehmen einzahlen.

Im Gegensatz zur allgemeinen Meinung wäre eine Marktanarchie nicht komplett unreguliert. Es ist bloß eine andere Art von Regulierung: Anstelle jeden, der nicht mit bestimmten Normen übereinstimmt, mit bewaffneten Agenten zu bedrohen, werden Regulierungen indirekt durch Marktmechanismen vollzogen – wer sich nicht anpasst verdient kein Geld. Das ist es, was ich als echte Demokratie bezeichnen würde: Jeder Marktteilnehmer gibt jedes Mal, wenn er sich entscheidet für ein Produkt oder einen Service Geld auszugeben, seine Stimme ab. Eine viel stärkere und direktere Widerspiegelung des Willen des Volkes als es jeglicher Staatskörper je sein könnte.

 

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5. Beseitigung von Zöllen und Einfuhrquoten

Da es in einer grenzenlosen Marktanarchie keine staatlichen Einfuhrquoten oder Zölle geben würde, sähe dieser “Schwarzmarkt” einen immensen Anstieg des ohnehin florierenden internationalen Handels, wodurch die Gefahr von Kriegen und Gewalteinsatz der großen Marktakteure reduziert wird, da sie alle vertraglich mit Marktteilnehmern aus aller Welt verflochten wären.  Die freiwilligen Vereinbarungen des Markts bieten eine viel zuverlässigere Aussicht auf Weltfrieden und Stabilität als supranationale Institutionen wie die U.N. oder sogar die einer Weltregierung.

Rationales Selbstinteresse in einer Gesellschaft, die Herrscher ablehnt und private Eigentumsrechte respektiert, garantiert das bestmögliche Ergebnis für die Gesellschaft als Ganzes. Die Theorie der unsichtbaren Hand ist nur unter diesen Umständen korrekt.

 

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6. Niedrigere Transaktionskosten

Die Abwesenheit staatlicher Regulierungseinrichtungen und die steigende internationale vertragliche Verflechtung führen zu einem Maximum an unterschiedlichen konkurrierenden Anbietern und Frieden, beides Schlüsselfaktoren für eine erfolgreiche Geschäftsstrategie. Es gäbe kein “small numbers“-Problem, bei dem Anbieter von künstlicher Verknappung des Angebots durch staatliche Marktregulierungen profitieren könnten.

 

7. Sinkende Informationsasymmetrien

Es gäbe einen Markt für konkurrierende Informationssammlungsdienstleister und Verbraucherschutzorganisationen, deren Erfolg hauptsächlich von ihrer Reputation als wahrheitsgetreue Informationsquellen abhängen würde, wodurch Korruption vom Markt bestraft wird und die Anbieter zwingt so objektiv wie möglich zu sein. Wie bereits zuvor erwähnt, führen Marktmechanismen zu steigender Qualität bei erschwinglichen Preisen, wodurch die Marktteilnehmer die bestmögliche Übersicht über die Anbieter bekommen.

 

Gegeben, dass die vorangehenden Vermutungen wahr sind, wird Bitnation gesellschaftlichen Reichtum, Weltfrieden und den höchstmöglichen Lebensstandard ermöglichen.

 

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Erik Vollstädt

Bitnation Lead Ambassador and Community Director. Born 1993, aspiring entrepreneur and champion of voluntary societies & private property ethics. Proponent of counter-economics and competing market currencies, such as cryptocurrencies. Represented Bitnation as Lead Ambassador since 2015 at the Riga Bitcoin and Cryptocurrencies Meetup, the iBGEk basic income stage discussion in Klagenfurt (Austria), the Cointelegraph Blockchain Conference in Helsinki, the Zündfunk Netzkongress in Munich, at itnig for the Barcelona Bitcoin Community during the Mobile World Congress 2017 and at the Bitnation DevCon 2017 in Amsterdam. Author of the Bitnation blog. Media appearances include Shift (Deutsche Welle), Der Fehlende Part (RT Germany) and Zündfunk (BR2). Coordinates Bitnation's ambassador network globally and organizes meetups all over Europe. Graduated in Business Innovation & Technology Management (M.Sc.) in Girona (Catalunya, Spain). Wants to live an international lifestyle.

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