Was ist Bitnation? – Das Googlement

 

Ortsunabhängige Staatsleistungsanbieter

 

1. Ziel

Das Westfälische System hat ausgedient und die künstlich geschaffenen Linien auf den Karten, auch als Grenzen bekannt, die einst Stabilität versprachen, sind nun aufgrund ihres Anspruchs auf Einheitslösungen Verursacher von Unsicherheit und Gefahr. Das Nationalstaatenmodell bietet wenig bis gar keine persönliche Wahlfreiheit, vor allem in Bezug auf räumliche Bewegung und die Wahl der Anbieter von Staatsleistungen. Man unterstellt den Menschen, dass sie alle mit denselben Gesetzen und Diensten zufrieden sind, und dass nur, weil sie in derselben geographischen Region leben. Obwohl sich viele Menschen ein Leben ohne Staat nicht vorstellen können – sie glauben es kommt zu großem Chaos – wollen sie doch meistens unterschiedliche Niveaus an Staatsleistungen.

Dank der Globalisierung ist die Welt nun weniger von geographischen Gegebenheiten bestimmt – durch internationalen Handel, Kommunikation und günstige Verkehrsmittel. Menschen vernetzen sich zunehmend über ihre geographische Heimat hinaus, was dazu führt, dass Menschen Wünsche und Bedürfnisse haben die weniger von ihrem Herkunftsland bestimmt sind. Einige Gruppen von Menschen leben bereits einen komplett internationalen Lebensstil, ohne groß von bestimmten Ländern abhängig zu sein.

Es entstehen immer mehr Austrittsmöglichkeiten – von SeaSteading zu politischen und ökonomischen Freihandelszonen unterschiedlicher Art. Ein Nachteil besteht jedoch darin, dass ein räumlicher Umzug erforderlich ist, was nicht immer wünschenswert ist und nicht für jeden möglich ist. Als Alternative hierzu sind Googlements designed worden um staatliche Services ortsunabhängig als Gesamtpaket anbieten zu können. Einige internationale Versicherungs- und Dienstleistungsanbieter für Auswanderer bieten bereits gleichartige Dienstleistungen an.

Das Ziel liegt darin das Konzept einzuführen, die Idee bekannt zu machen, um andere dazu zu bewegen ähnliche Firmen zu gründen – hierbei wird für mehr Wettbewerb und niedrigere Preise gesorgt, und über einen gewissen Zeitraum werden Nationalstaaten zum Großteil irrelevant werden.

2. Konzeptüberblick: Googlements und das Archipel

Googlements sind als juristische Personen konzipiert (gewinnorientiert oder Non-Profit) welche Staatsleistungen paketweise anbieten, daher „virtuelle Nationen“. Zum Beispiel könnte ein Googlement in Stockholm ansässig sein, während der Kunde in Bangkok ist, also wird er lokal (über Vetragspartner) oder online mit passenden Dienstleistungen versorgt. Ähnlich wie ein internationales Versicherungsunternehmen, doch mit einem breiteren Leistungsspektrum und größerer Verantwortung.

Das Archipel ist als Rückgrat für die Googlements gedacht – mit Leitprinzipien (wie zum Beispiel dem Nicht-Aggressionsprinzip), Schwarmintelligenz für Googlements und anderen Auftragnehmern, sowie Koordination und Unterstützung innerhalb der dem Archipel zugehörigen Googlements. Sollte zum Beispiel ein Googlement pleite gehen, kann das Archipel die Kunden auflesen und sie zu passenden Alternativen weiterleiten. Eine Art Googlement für Googlements sozusagen. Wahrscheinlich wird es mehrere Archipels geben, fundiert auf unterschiedlichen ideologischen und religösen Ansichten.

 

3. Die Googlements

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Ziel der Googlements:

Googlements sollten sich auf die wichtigsten Staatsleistungen spezialisieren: Rechtssprechung, Schlichtung, Rechtsvollzug, Krankenversicherungen, Bildung, soziale Absicherung, Körperschaft, etc. Gemeinschaftsdienste wie gemeinsame Glaubenssätze, Lebensstile, etc. sind nicht zwingend erforderlich, da sie keinen direkten Mehrwert für den Kunden bieten und daher nicht essentieller Bestandteil der Googlements sind.

Während manche Googlements es bevorzugen werden alle ihre Dienstleistungen vor Ort anzubieten, werden die meisten Anbieter dennoch ein Modell von internationalen Vertragspartnernetzwerken bevorzugen, da dies zu höherer Qualität bei niedrigeren Preisen führt. Die Hauptfunktion des Googlement ist daher die richtigen Auftragnehmer korrekt zu identifizieren, zu verwalten und anzusammeln.

1. Paketangebote

Die wichtigste Aufgabe des Googlements ist es die Gesamtheit seiner Dienstleistungen zu verwalten. Manche mögen es, ihren PC gerne alleine zusammenzubauen, die Mehrheit von uns bevorzugt jedoch das Gesamtpaket – einen bereits fertig zusammengebauten Laptop. Wenn beispielsweise ein Haus brennt und man den Notruf anrufen will, hat man keine Zeit groß darüber nachzudenken, welche Nummer der 5 möglichen Feuerwehranbieter man nun wählen soll – das möchte man möglichst sofort erledigt wissen. Googlements müssen Paketlösungen anbieten, um den Kunden das Leben leichter zu machen.

2. Preisverhandlungen mit Drittanbietern

Ein Unternehmen kann Preise aushandeln und Kosten senken. Es ist günstiger einen Hamburger bei McDonalds zu kaufen, als dieselben Zutaten zu kaufen und selbst zuzubereiten. Das liegt daran das Individuen keine Mengenrabatte erhalten. Dasselbe gilt für Rechtsvollzug, Krankenversicherungen, etc.

3. Dienstleister verwalten

Obwohl es möglich ist sich über jeden Drittanbieter selbst zu informieren, würde dies eine ungeheure Menge an Zeit kosten, dasselbe gilt für die Ansammlung der Daten als auch für die Vertragsvollzug. Das Googlement, spezialisiert auf diese Art von Arbeit, wird sich um all diese Aspekte kümmern und eingreifen falls ein Problem entsteht.

4. Optional: Gemeinschaftsfunktionen

Einem Googlement kann jedes beliebige ökonomische Modell oder Weltanschauungen zu Grunde liegen. Das lässt sich zwar nicht so einfach global ausweiten, ist jedoch eine Option. Es kann ökonomische Modelle (Sozialismus, Kapitalismus, etc.), gesellschaftliche Werte (konservativ, religös, hedonistisch, etc.) und rechtliche Modelle (Scharia, Nicht-Aggressionsprinzip, Common Law, etc.) zur Verfügung stellen. Gemeinschaftsmodelle würden sicher marketingtechnisch Sinn ergeben, sind jedoch für die Funktionsweise des Googlements an sich unerheblich.

Design der Googlements: Googlements können beliebig gestaltet werden, solange sie die Basisdienstleistungen von Staaten bereitstellen – da dies die Definition eines Googlements darstellt. Sie können als eine juristische Person in existierenden Gerichtsbarkeiten gegründet werden (was die Kapitalbeschaffung sicher einfacher macht) oder sie können Gerichtsbarkeiten an sich neu erschaffen. Sie können als gewinnorientierte Unternehmen oder als Non-Profit-Organisation existieren. Sie können demokratisch, autokratisch, theologisch oder auf jede andere Art und Weise verwaltet werden.

 

4. Das Archipel:

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Ziel des Archipels: Bereitstellung eines breiten kollektiven Rahmens

Das Archipel ist eine Onlineplattform, wie das Facebook für Staatsleistungsanbieter, und stellt das Rückgrat für individuelle “Nationen” dar – Googlements sind einer schnellen kreativen Zerstörung ausgesetzt (das ist teil ihrer Natur) doch das Archipel sollte resistenter gegenüber schnellen Veränderungen sein, aufgrund der geringeren operationellen Aufwendungen und einem breiteren idelogischen Rahmen.

1. Philosophiische/religiöse Glaubenssätze (Bsp.: Nicht-Aggressionsprinzip)

Ein moralisches Rückgrat kann philosophischer, ideologischer oder religöser Natur sein. Es muss jedoch von einem Großteil der Menschen freiwillig akzeptiert werden und muss eine Art „finales Urteil“ bei Konflikten zwischen einzelnen Googlements des Archipels darstellen.

2. Kollektiver Verhandlungsdruck gegenüber Nationalstaaten, internationalen Organisationen

Kollektives Handeln kann durch das Archipel gefördert werden, was zum Beispiel kollektive Verhandlungen gegen Regulierungen der monopolistischen Nationalstaaten ermöglicht. Das wird die wohl wichtigste Aufgabe der Archipelagos zu Beginn sein.

3. Gemeinschaftliche Zwecke: Wissenschaft, Nothilfe, Gesetzesvollzug

Manche Dinge werden am besten durch eine große Anzahl von Menschen, durch alle ökonomischen und sozialen Schichten hindurch, finanziert. Wissenschaft (Kampf gegen Krebs und Naturkatastrophen), Hilfe für Menschen in Not (Taifune, Hungersnöte, Überflutungen, etc.) und Rechtsvollstreckung (wenn Beispielsweise eine Kony ähnliche Figur auftaucht und anfängt Kinder zu vergewaltigen und zu töten, wird eine kleine Armee nötig um ihn aufzuhalten), all diese Dinge werden besser finanziert in großem Maßstab. Crowdfunding bietet die Mittel dazu und die Googlements stellen gewissermaßen die „ideologische Gemeinschaft“ dazu dar.

4. Unterstützung für Googlements und ihre Kunden

Ein Unterstützungsnetzwerk für Googlements und ihre Kunden; für den Fall das zum Beispiel ein Googlement Bankrott gehen sollte, kann das Archipelago die Insolvenzmasse aufsammeln und Kunden an andere Googlements weitervermitteln, um so bessere Konditionen zu ermöglichen. Das Archipel sollte außerdem ein Auflärungsnetzwerk für die Evaluierung verschiedener Googlements und deren Vertragspartnern bereitstellen.

Natürlich muss kein Googlement Teil eines Archipels sein, aber eine Mitgliedschaft gibt den Googlementkunden mehr Rückhalt, was es für Googlements und deren Kunden profitabel macht, sich einem Archipel anzuschließen. Des weiteren sorgt die Dezentralisation des Archipels dafür, dass es profitabler für die Kunden wird, aufgrund der erhöhten Sicherheit.

Design der Archipels: Eine überaus praktische Variante wäre eeine Kreuzung zwischen Wikipedia, Yelp und einem exklusiven Aufklärungsdienst.

 

5. Die Herausforderung

Die primäre Herausforderung liegt darin, dass viele Menschen bereits für Regierungsleistungen bezahlen – durch Steuern. Der natürlichste Weg ist daher, erst diejenigen anzusprechen, die bereits einen internationalen Lebensstil leben – und die Idee durch die Schaffung eines guten Einkommenmodells weiterzuvermarkten. Wettbewerber werden sich dem Markt anschließen und damit die Qualität der Services verbessern und die Kosten senken – um das Modell rentabler für größere Gruppen von Menschen zu machen.

— Susanne Tarkowski Tempelhof

 

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Erik Vollstädt

Bitnation Lead Ambassador and Community Director. Born 1993, aspiring entrepreneur and champion of voluntary societies & private property ethics. Proponent of counter-economics and competing market currencies, such as cryptocurrencies. Represented Bitnation as Lead Ambassador since 2015 at the Riga Bitcoin and Cryptocurrencies Meetup, the iBGEk basic income stage discussion in Klagenfurt (Austria), the Cointelegraph Blockchain Conference in Helsinki, the Zündfunk Netzkongress in Munich, at itnig for the Barcelona Bitcoin Community during the Mobile World Congress 2017 and at the Bitnation DevCon 2017 in Amsterdam. Author of the Bitnation blog. Media appearances include Shift (Deutsche Welle), Der Fehlende Part (RT Germany) and Zündfunk (BR2). Coordinates Bitnation's ambassador network globally and organizes meetups all over Europe. Graduated in Business Innovation & Technology Management (M.Sc.) in Girona (Catalunya, Spain). Wants to live an international lifestyle.

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